DH an der Uni Bern: Sirkeli Höyük Projekt

Sirkeli_Hoyuk

Der Sirkeli Höyük, einer der größten Siedlungshügel Kilikiens, liegt 40km östlich der Millionenstadt Adana an einer Stelle, an der sich der Fluss Ceyhan einen Weg durch die Misis-Berge (türk. »Nur Dağ«) bahnt. Hier verläuft die wichtigste Straße durch die Region, die im Osten nach Syrien und im Westen über die »Kilikische Pforte« nach Zentralanatolien führt.

Die wirtschaftliche Bedeutung von Sirkeli Höyük

Die Bedeutung dieser historischen Route wird durch die Anlage der mittelalterlichen Burg Yılan Kalesi am gegenüberliegenden Flussufer sowie dem Verlauf der »Bagdad-Bahn« und der moderne Autobahn verdeutlicht, die beide unmittelbar am Sirkeli Höyük vorbeiführen.

Die Stätte im Detail und ihre Reliefs

Die Ruinenstätte besteht aus dem eigentlichen, ca. 300m x 400m großen und 30m hohen, ovalen Haupthügel, einem nach Norden vorgelagerten trapezoiden Sattel, einer nördlich, westlich und südöstlich anschließenden, flachen Unterstadt und einer auf der gegenüberliegenden Flussseite gelegenen Vorstadt. Im Südwesten schließt sich eine Nekropole an, die auf einer Bergkuppe angelegt wurde. Zur südöstlichen Unterstadt gehört ein weiterer, kleinerer Hügel, der durch die »Baghdad-Bahn« geschnitten wurde und eine weitläufige Unterstadtbebauung, die seit 2013 freigelegt wird. Quer durch den Ruinenhügel verläuft von Südwesten nach Nordosten eine Felsrippe, an deren nordöstlicher Kante zwei Felsreliefs angebracht sind. Seiner geographischen Lage verdankt der Ort eine Schlüsselstellung, die nicht zuletzt in der Anbringung zweier hethitischer Felsreliefs an der Ruine ihren Ausdruck fand: Das besser erhaltene zeigt den hethitischen Großkönig Muwatalli II. (reg. 1290–1272 v. Chr.) und ist somit eines der bislang ältesten bekannten hethitischen Felsreliefs. Nahebei fand sich ein weiteres, antik ausgemeisseltes Relief, das in der Forschung zumeist als Darstellung des Kurunta (= Ulmi-Teššup), des Sohnes von Muwatalli II. gedeutet wird. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es dessen Bruder, den von Hattušili II. (»III.«, ca. 1265–1240 v. Chr.) entmachteten Muršili III. (= Urhi-Teššup, ca. 1272–1265 v. Chr.), zeigte und nach dessen Absetzung ausradiert werden sollte.

Die Geschichte von Sirkeli Höyük

Offenbar war der Ort vom Chalkolithikum (ab ca. 5000 v. Chr.) über die gesamte Bronze- (3000-1200 v. Chr.) und Eisenzeit (1200-300 v. Chr.) bis in die hellenistische Epoche (ca. 300-100 n. Chr.) besiedelt.

Weitere Informationen

  • Projekt Website
  • Dr. Alexander Ahrens
  • A. Ahrens, E. Kozal, M. Novák, Sirkeli Höyük in Smooth Cilicia. A General Overview from the 4th to the 1st Millennium BC, in: P. Matthiae et al. (eds.), Proceedings of the 6th International Congress of the Archaeology of the Ancient Near East, 5 May – 10 May 2008, “Sapienza”, Università di Roma (6ICAANE); Vol. 2: Excavations, Surveys and Restorations, Reports on Recent Field Archaeology in the Near East (Wiesbaden 2010), 55-74.
  • M.Novák, E.Kozal, ‘Sirkeli Höyük – A Bronze and Iron Age Urban Settlement in Plain Cilicia’, Der Anschnitt: Anatolian Metal IV, Anatolian Metal IV, Beiheft 25 (2013).
  • M. Novák, Kizzuwatna, Ḥiyawa, Quwe – Ein Abriss der Kulturgeschichte des Ebenen Kilikien, in: J. Becker, R. Hempelmann, E. Rehm (Hrsg.), Kulturlandschaft Syrien – Zentrum und Peripherie. Festschrift für Jan-Waalke Meyer, Alter Orient und Altes Testament 371 (Münster 2010), 397-425.