Nodegoat Show & Tell


Datum: 20. Mai 2022
Zeit: 11:00–16:30 Uhr
Ort: Uni Mittelstrasse, Hörraum 124

An dem Workshop «Nodegoat Show & Tell» präsentieren Student:innen und Forscher:innen der Universität Bern den Work-in-Progress ihrer Projekte in der Forschungsumgebung Nodegoat. Die 10-minütigen Vorträge aus den Fächern Archäologie, Altorientalistik und Geschichte richten den Fokus auf Datenvisualisierung, Netzwerkanalyse und Methodik, um einen interdisziplinären Dialog über Potenzial und Grenzen von Netzwerk- und Geovisualisierungen in den Geisteswissenschaften anzuregen.
Nachmittags lernen die Teilnehmer:innen in einem hands-on Workshop die Möglichkeiten der Datenvisualisierung in Nodegoat kennen.


Programm und Abstracts


11:00–11:05 Uhr
Begrüssung
Prof. Dr. Tobias Hodel
Digital Humanities


11:05–11:25 Uhr
Netzwerkanalyse eine Chance in der Archäologie: Ein praktisches Beispiel an einem Keramikfundkorpus
M.A. Sophia Marxer
Institut für Archäologische Wissenschaften
In den Ausgrabungen (2012–2021) des Siedlungshügels Sirkeli Höyük in Kilikien kamen zahlreiche Funde zu Tage, unter denen die Keramik zu der häufigsten Fundgattung zählt. Aus Schichten der Kulturstufe LCI 1 (330–50 v. Chr.) kamen bisher 7'842 Keramikfragmente zum Vorschein, von denen 1'444 Stück genauer untersucht wurden. Ziel ist es nun, durch digitale Netzwerke mithilfe des Programms Nodegoat zu visualisieren, wie sich verschiedene Formen, Waren und Herstellungstechniken dieser LCI 1-zeitlichen Keramikfragmente zueinander verhalten.


11:25–11:45 Uhr
Sexarbeit im antiken Mesopotamien: Die Forschungsgeschichte
B.A. Oliver Rindlisbacher
Institut für Archäologische Wissenschaften
In der Assyriologie sind Themen wie weibliche Sexualität und Sexarbeit im antiken Mesopotamien häufig noch immer mit orientalistischen Vorurteilen behaftet, was z. B. die genaue Übersetzung gewisser sumerischer/akkadischer Begriffe in diesem Themenbereich beinahe unmöglich macht. In meiner Masterarbeit untersuche ich deshalb nicht nur keilschriftliche Originalquellen, sondern widme auch einen grossen Teil der dazugehörigen Forschungsgeschichte, um den orientalistischen Hintergrund vieler heute noch bestehender Ideen zu «Prostitution im Alten Orient» etwas besser beleuchten zu können. Nodegoat hilft mir bei dieser Aufgabe, indem es mir ermöglicht, wissenschaftliche Zitate und somit auch die Einflussbeziehungen zwischen Forschern, ihren Werken und den besprochenen Originalquellen als Netzwerk zu visualisieren.


11:45–12:00 Uhr
Kaffeepause


12:00–12:20 Uhr
Bronze- und eisenzeitliche Siedlungsgeografie und Verkehrsnetze in Cilicia Pedias
M.A. Sebastian Borkowski
Digital Humanities | Institut für Archäologische Wissenschaften
Mit dem Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit im 12. Jh. v. Chr. änderte sich die Siedlungsgeografie in Cilicia Pedias, heutige Region Çukurova (Türkei), maßgebend. Auf Basis der Open-Access-Datensammlung archäologischer Stätten in Kilikien von Dr. Susanne Rutishauser (Institut für Archäologische Wissenschaften) und eines Verkehrsnetzmodells wird die sich wandelnde Bedeutung bronze- und eisenzeitlicher Siedlungen mittels Netzwerkanalyse in Nodegoat untersucht.


12:20–12:40 Uhr
Dynamischer Datenimport in Nodegoat
Dr. Kaspar Gubler
Historisches Institut
Vorgestellt wird das Fallbeispiel (Methodik und Vorgehen) einer Meta-Datenbank, die mittels dynamischem Datenimport aus verschiedenen Datenquellen in Nodegoat zusammengestellt wurde. Die Datenbank enthält rund 200’000 Studenten europäischer Universitäten für die Zeit 1250–1800.


12:40–13:00 Uhr
TAVO Karten visualisiert: 1991 vs. 2022
M.A. Silvana Hunger
Institut für Archäologische Wissenschaften
1991 wurden zwei TAVO (Tübinger Atlas des Vorderen Orients) Karten publiziert zu "Kleinasien von 12. bis 6. Jahrhundert v. Chr.", welche eine Verteilungskarte aufzeigen, wie sie in den 1990er-Jahren üblich war. Mithilfe von Nodegoat können aus den dazumal gesammelten Daten neue Darstellungsweisen und Erkenntnisse generiert werden.


13:00–13:20 Uhr
Swiss Wars: The "canon des batailles" (1350–1550)
M.A. Vincent Deluz
Historisches Institut
As part of the «Martial Culture in Medieval Towns» project carried out by the history department of the University of Bern, the great battles of the old Swiss confederations are examined in the light of recent historiography. The Nodegoat program will serve to dynamically present the nuances to be brought to the old history of Swiss armed conflicts from 1350 to 1550. It is indeed time to show that the great Swiss victories are won by networks of cities that are different and not unified all over these two centuries.


13:20–14:00 Uhr
Meet & Eat
Pizza-Büfett an der Uni Mittelstrasse


14:00–16:30 Uhr
Workshop: Datenvisualisierung in Nodegoat
M.A. Sebastian Borkowski
Digital Humanities
In diesem hands-on Workshop* lernen die Teilnehmer:innen die Möglichkeiten zur Gestaltung von Visualisierungen in Nodegoat kennen und probieren diese an einem Beispieldatensatz aus. Die beste Visualisierung wird prämiert.
Interessent:innen melden sich bitte bis zum 19. Mai bei sebastian.g.borkowski@unibe.ch an.

* Voraussetzung für die aktive Teilnahme ist ein Nodegoat-Account.
Student:innen und Mitarbeiter:innen der Universität Bern können einen Account über das Antragsformular auf der Website der DH beantragen: https://www.dh.unibe.ch/dienstleistungen/nodegoat_go/index_ger.html
Externe Teilnehmer:innen werden gebeten, einen Account auf der Nodegoat-Website von LAB 1100 zu beantragen: https://nodegoat.net/requestaccount (Die Aktivierung kann bis zu 48 Std. dauern.)