Vergangene Lehrveranstaltungen

Wo bleiben meine Daten? Vom nachhaltigen Umgang mit digitalen Daten am Beispiel des Jugendsprache-Bern-Korpus

Prof. Dr. Tobias Hodel, MA Christa Schneider, Anna Janka, Ursula Loosli, Gero Schreier, Dominique Hess und Anna Linder

Fragen zur Nachhaltigkeit sind zentral im schnelllebigen digitalen Raum und stellen Forscher*innen unabhängig von ihrer Qualifikation immer wieder vor neue Herausforderungen. Besonders in den Geisteswissenschaften, wo Daten und Projekte stark individualisiert und frageabhängig gestaltet sind, müssen Nachhaltigkeitsstrategien deshalb projekt- oder datenspezifisch entwickelt werden. 

Im Rahmen des Kurses sollen Strategien erarbeitet werden, um Projektresultate nachhaltig aufzubereiten und in bereits bestehende Systeme einzufügen. Dadurch werden Studierende und Projektmitarbeitende gleichermassen auf entsprechende Fragen, Workflows, Normen und Standards sensibilisiert.

In der Lehrveranstaltung wechseln sich online Input-Blöcke mit ganztägigen Blockveranstaltungen. Im online Teil werden mit Videos und Quizzes, die Tagesblöcke vorbereitet und im Block dann anhand konkreter Probleme angewandt.

Innerhalb dieser Lehrveranstaltung werden die Daten aus dem Jugendsprache Bern Korpus (JUBEKO) aufbereitet und für die nachhaltige Sicherung vorbereitet. Ziel ist es, Studierenden und weiteren interessierten Wissenschaftler*innen am Beispiel dieses Korpus verschiedene Methoden und Anwendungen vorzustellen, damit später mit den eigenen individuellen Daten nachhaltiger umgegangen werden kann. 

Im vorliegenden Fall wird zur Veranschaulichung der verschiedenen Methoden ein soziolinguistisches Korpus verwendet – Kenntnisse in diesem Gebiet sind aber zum Besuch des Kurses keine Voraussetzung. 

Learning outcomes

Die Teilnehmenden

  • können Probleme, die sich in Bezug auf die digitale Nachhaltigkeit stellen, benennen.
  • kennen einige Inhalte der gängigsten digitalen Nachhaltigkeitsstrategien im digitalen Raum, insbesondere in Bezug auf Metadaten- und Datenstandards.
  • verstehen den Mehrwert des nachhaltigen Umgangs bei der Aufbereitung und Speicherung digitaler Daten und Algorithmen.
  • können Methoden der digitalen Nachhaltigkeit auf ihre eigenen Daten anwenden.

Hexen und Diebe: Devianz in der Frühen Neuzeit

Prof. Dr. Tobias Hodel, MA Christa Schneider, Anna Janka, Anna Funk

In Kooperation mit dem Staatsarchiv des Kantons Bern werden in der Veranstaltung der Weg von der Handschrift zum digital aufbereiteten Text nachvollzogen und darauf aufbauend die gewonnenen «Daten» analysiert. Alle Arbeitsschritte werden sowohl theoretisch diskutiert und eingeordnet, als auch praktisch umgesetzt. Die Arbeit mit Originalen im Archiv gehört ebenso dazu, wie die Arbeit mit den digitalisierten Dokumenten. Dadurch üben wir den gesamten Workflow der Digitalisierung, Aufbereitung und Auswertung des Quellenkorpus ein.Die Veranstaltung fokussiert einerseits auf die Akten des Chorgerichts (kirchliche Gerichtsbarkeit), andererseits auf Turmbücher aus alten Landvogteien, die mit den bereits vorliegenden Turmbüchern aus dem Käfigturm kombiniert werden können.Bei den Arbeiten am Quellenkorpus werden die Studierenden eng von Dozierenden, Tutorinnen und von Expert*innen aus dem Archiv begleitet. Mit Exkursion. 
 

Learning outcomes

Nach dem Besuch der Veranstaltung 

  • kennen die Studierenden den Prozess der Digitalisierung von historischen Handschriften in Erinnerungsinstitutionen und können Digitalisierungsworkflows entwickeln 
  • sind die Studierenden in der Lage praktische Methoden der Digitalisierung (in der Lehrveranstaltung mit dem ScanTent durchgeführt) selbständig anzuwenden und hinsichtlich Qualitätsstandards zu beurteilen. 
  • haben die Studierenden gängige Methoden und Standards zur Aufbereitung von digital vorliegenden historischen Dokumenten angewandt und können Vor- und Nachteile der Standards abwägen 
  • können die Studierenden Auswertungen historischer Dokumente mit digitalen Tools vornehmen (sog. Distant Reading) 
  • können die Studierenden Chancen und Probleme der Zusammenarbeit mit ausseruniversitären Partnern beurteilen 
  • können die Studierenden selbständig spezialisierte Software (u.a. Transkribus und Voyant Tools) innerhalb eines grösseren kooperativen Projekts im Bewusstsein der Qualität der Resultate anwenden 
  • haben die Studierenden ein Verständnis, wie in den Geisteswissenschaften interdisziplinär gearbeitet wird 
  • haben die Studierenden im Team ein Projekt entwickelt und durchgeführt

Data literacy für Geisteswissenschaftler*innen

Prof. Dr. Tobias Hodel, Christa Schneider und Reinhard Priber

Schlagworte wie Datenmanagement, computerunterstützte Methoden oder digitale Nachhaltigkeit füllen Presse und Strategiepapiere. In der Übung werden Expert*innen aus der Praxis aufzeigen, wie eigene Daten sinnvoll angelegt, verwaltet und präsentiert werden können. Die Übung ist als Blockveranstaltung nach dem offiziellen Semesterende konzipiert. 
Während des Semesters findet eine Einführungssitzung statt, die dem Verteilen der Aufgaben und Kennenlernen dient. 

Das Ziel der Übung ist das Anlegen und Kommentieren eigener Datensätze auf der OMEKA-Plattform der Digital Humanities. 

Learning outcomes

Die Studierenden:

  • ...kennen Standardformate zur Datenaufbereitung
  • ...können eigene Datensätze interpretieren und analysieren
  • ...verstehen Systeme zur nachhaltigen Aufbereitung von Daten

Crowdsourcing und Citizen Science: Der Einbezug der Öffentlichkeit für geisteswissenschaftliche Forschung

Prof. Dr. Tobias Hodel und Christa Schneider

 

Zur Beobachtung von Tieren oder Gewässern werden seit einiger Zeit Freiwillige rekrutiert und mit Hilfe digitaler Methoden zum Mitmachen angeleitet. Auch in den Geisteswissenschaften werden die Methoden des Crowdsourcing und des Citizen Science genutzt, um Daten zu generieren oder Inputs von Freiwilligen zu erhalten. Die Veranstaltung versucht eine Auslegeordnung, um die Möglichkeiten des Einbezugs von Freiwilligen auszutesten und Probleme zu antizipieren. Dabei gilt es unterschiedliche Ansätze zu erproben und kritisch zu reflektieren, was Freiwilligkeit in den jeweiligen Kontexten bedeutet und wie verantwortungsvoll mit Daten umgegangen werden kann. Von gamification über Transkribentinnen bis zur Mensch-Maschine Interaktion werden wir unterschiedliche Formen des Einbezugs untersuchen und einordnen. Die Nachhaltigkeit der erzeugten Daten und Wissensformen wird dabei immer mitgedacht.

Learning outcomes

Die Studierenden:

  • ...kennen Konzepte zum Einbezug von Freiwilligen
  • ...können Vor- und Nachteile sowie ethische Probleme von Projekten analysieren
  • ...setzen sich intensiv mit einem Projekt auseinander und können dieses präsentieren

Einführung in die Digital Humanities

Die Übung "Einführung in die Digital Humanities" von Professor Hodel richtet sich an Bachelor-Studierende der Phil.-hist. Fakultät aber auch darüber hinaus, die sich mit den Grundlagen der Digital Humanities vertraut machen wollen. Sie findet dienstags von 10-12 Uhr statt.

Algorithmen und Computer dominieren unseren Alltag und auch in den Geisteswissenschaften wird seit einigen Jahren durch Forschende Rechnerleistung genutzt, um im digitalen Raum "Experimente" mit digitalen oder digitalisierten Materialien durchzuführen. Ein Ausgangspunkt bleiben dabei Texte und Bilder, die in quantitativ grossen Mengen zwecks neuer Interpretationen ausgewertet werden. Im Unterschied zu naturwissenschaftlichen Daten ist die Auswertung dieser "Daten" ist weit weniger kanonisiert. Analysemodelle und -theorien (wie Stilometrie oder Distant Reading) werden ständig verworfen und neu propagiert. Darüber hinaus werden Verknüpfungen, Visualisierungen und Darstellungen möglich, die nach Auswertungen und neuen Narrativen verlangen.

Die Übung führt in die Digital Humanities ein und soll den eigenen Umgang mit digitalen Materialien einüben, gleichzeitig aber auch die medialen Umsetzungen und Auswertungen der Daten kritisieren und kontextualisieren. Informatische Vorkenntnisse sind keine gefordert, jedoch die Offenheit, mit Daten-, Text- und Bildbeständen zu spielen.

Ringvorlesung: Einblicke in die Digital Humanities

Aus unterschiedliche Perspektiven geben Referierende Einblicke in aktuelle Vorgänge der Theoretisierung und Umsetzung digitaler Methoden. Aus diversen Fachrichtungen – von Geschichte über Sprachwissenschaften zu Kunstgeschichte und Digital Humanities – vermitteln die Referentinnen und Referenten ihre Vorstellungen der zukünftigen digitalen Geisteswissenschaften.

Organisiert und geleitet durch Prof. Dr. Tobias Hodel

Text digital

Wort Frequenz Grafik

Der kritische und kreative Umgang mit Text gehört zu einer Vielzahl geisteswissenschaftlicher Disziplinen. Die Diskussion was überhaupt "Text" ist und welche Aussagen sich aufgrund von "Text" machen lassen, wurden aus unterschiedlichen Perspektiven und teils sehr widersprüchlich geführt. Im Rahmen der Übung machen wir uns mit verschiedenen Formen der digitalen Textaufbereitung vertraut. Dabei geht es sowohl um technische als auch um methodische Fragen. Von der Textaufbereitung für digitale Annotationen über Schichtenmodelle zu automatisch generierten Zeichenfolgen beschäftigen wir uns mit digitalen Aufbereitungs- und Annotationsangeboten.

Professor Hodel bietet die Übung "Text Digital – Von der Aufbereitung zur Auswertung" für Masterstudierende der Phil.-hist. Fakultät, aber auch darüber hinaus, an. Sie findet donnerstags von 14-16 Uhr statt.

Es können auch nur einzelne Sitzungen besucht werden (ohne Erwerb von Punkten). 

Data literacy und digitale Methoden

Im FS 2020 werden mehrere Dozierende eine Blockveranstaltung/Übung zu "Data literacy und digitale Methoden: Einführung für Sozial- und Geisteswissenschaftler*innen" durchführen. Die Veranstaltung richtet sich sowohl an BA- als auch MA-Studierende aller Fakultäten.

Data Literacy für die darstellenden Künste

Digital Humanities research relies on data of various kind. How can we represent the information we want to collect, process and analyse?

PD Dr. Laurent Pugin

These are important issues to be tackled. For all disciplines in the Humanities there are some common needs but also some distinct ones. In this course, we will look at specificities for Performing Arts disciplines. Participants will learn about the most commonly used data structures and data formats and how to manipulate them. The exercise will be given as a block in three sessions, plus a short introductory one.

Vergehen der Vergangenheit: Digitalisierung, Aufbereitung und Auswertung der Berner Turmbücher aus historischer, sprachwissenschaftlicher und digitaler Perspektive

Wir wagen uns in Kooperation mit dem Staatsarchiv Bern an einen Teil der sogenannten «Turmbücher» (StABE B IX 422-587). Die Reihe wurde in der Frühen Neuzeit geschaffen und versammelt auf mehr als 250'000 Seiten Verhörprotokolle von und Entscheide gegen delinquente Berner*innen. Bislang existieren praktisch keine Forschungen zu diesem Quellenschatz.

Prof. Dr. Tobias Hodel und Christa Schneider MA

Wir üben den gesamten Workflow der Digitalisierung, Aufbereitung und Auswertung anhand eines Quellenkorpus ein. Gemeinsam erstellen wir ein Korpus und arbeiten danach in Kleingruppen unterstützt durch Expert*innen aus Archiv und Forschung an selbstgewählten Forschungsfragen.

Learning outcomes

Nach Absolvieren des Kurses

 
  • ...kennen die Studierenden den Prozess der Digitalisierung von historischen Handschriften in Erinnerungsinstitutionen und können Digitalisierungsworkflows entwickeln
  • ...sind die Studierenden in der Lage praktische Methoden der Digitalisierung (in der Lehrveranstaltung mit dem ScanTent durchgeführt) selbständig anzuwenden und hinsichtlich Qualitätsstandards zu beurteilen.
  • ...haben die Studierenden gängige Methoden und Standards zur Aufbereitung von digital vorliegenden historischen Dokumenten angewandt und können Vor- und Nachteile der Standards abwägen
  • ...können die Studierenden Auswertungen historischer Dokumente mit digitalen Tools vornehmen (sog. Distant Reading)
  • ...können die Studierenden Chancen und Probleme der Zusammenarbeit mit ausseruniversitären Partnern beurteilen
  • ...können die Studierenden selbständig spezialisierte Software (u.a. Transkribus und AntConc) innerhalb eines grösseren kooperativen Projekts im Bewusstsein der Qualität der Resultate anwenden
  • ...haben die Studierenden ein Verständnis, wie in den Geisteswissenschaften interdisziplinär gearbeitet wird
  • ...haben die Studierenden im Team ein Projekt entwickelt, durchgeführt und präsentiert.